Archive for the ‘Die Fülle meiner Affairen’ Category

contd.

August 4th, 2010 | stazol

ARMAND und die Frauen
Sehen die Frauen neuerdings nicht irgendwie weiblicher aus? Es mag ja nur so eine Idee sein, so ein Eindruck, wie man ihn aus dem Augenwinkel hat, im Vorbeigehen — aber irgendwie ist doch da irgendwas dran, plötzlich. Dran, wie in drall.
Wo sind denn die ganzen Hungerhaken hin, die noch bis vor kurzem durch die Frauenbilder staksten, diese Mini-mini-mini-Mädels, ohne Brust und Bauch? Hat wohl ein Windhauch weggefegt. Übrigens, was macht eigentlich Kate Moss?
Sie sehen doch fraulicher aus als noch vor ein paar Jahren, die Frauen. Der Laie wundert sich. Nimmt´s zur Kenntnis. Fragt sich im Stillen: Was ist geschehen? Woher kommt´s? Haben wir nicht eben noch von der harten Business-Frau gesprochen, der sich Durchsetzenden, der, die sich nichts gefallen läßt? Und dann kommt Jean-Charles de Castelbaljac mit einem Hütchen daher mit einer Ente oben drauf? Macht Yves Saint-Laurent, der heilige, Handschuhe, bis über den ganzen Unterarm. „Für das Jahr 2001?“ fragt denn auch entgeistert die amerikanische Presse. Und Yves, sagt mit leiser Stimme: „Am Anfang war nur die Reinheit und der Frauenkörper.“ Läßt sich von Lippenstiftspuren bedecken, der Beneidenswerte, von Catherine Deneuve. Die wir fast schon vergessen hatten seit Indochine, weil sie ja der In

dfma cont.

August 2nd, 2010 | stazol

Tut-anch-amun
„Von seiner Herkunft wissen wir nichts“, schreibt sein Entdecker, Howard Carter, „nur, dass er lebte, und dass er begraben wurde“ — so tief verborgen ist uns jener Kindpharao, der schon mit achtzehn starb. Als Schwiegersohn und Nachfolger Echnatons auf den Thron gekommen, ein unmündiger Junge, hat er die schwere Aufgabe der Restauration des Landes zum alten Glauben. Er gibt die Hauptstadt seines Vaters auf und verlegt den Hof zurück nach Theben. Auf einer seiner Stelen im Karnak-Tempel schreibt er: „Ich gründe die ruinen-zerfallenen Tempel neu, die umgestürzten Heiligtümer, ihre zugewucherten Höfe.“ Er ändert seinen Geburtsnamen von Tut-anch-Aton zu Tut-Anch-Amun. Sein Goldschatz überstrahlt alles Unwissen, er macht ihn uns so „überraschend vertraut“. Er hat die Jagd geliebt im Schilf, Pfeil und Bogen gab man ihm mit ins Grab, und drei vergoldete Jagdwagen. Die Sammlung seiner prächtigen Halsketten, seiner Ringe und Armreifen läßt den verwöhnten Jüngling als prunkliebend erscheinen. Einen Papyrusstock gab man ihm mit für das Jenseits, golddrahtumwickelt, „geschnitten von seiner Majestät eigener Hand“. Und auf einem allerliebsten Thronsessel aus purem Gold und blauer Fayence ist er zu sehen, ein schmaler Knabe, wie er von seiner Gattin Anchesenpaten zärtlich gesalbt wird. Sie ist es, die seiner Mumie den schönsten Schmuck des Grabes mitgibt: Ein Sträußchen aus Olivenblättern, Lotosblättern und Kornblumen. Tut-Anch-Amun ist der einzige Pharao, dessen Mumie weiter ungestört in ihrer Grabstätte schlafen darf.
Kleopatra

“die fülle meiner affairen” teaser

August 1st, 2010 | stazol

oben, die Krone unantastbar. Nur die Demokratie will noch geboren werden. Und der Kampf eines Mannes gegen die Autorität, archaisch und elegant gespielt vom Shakespeare-Darsteller Nigel Hawthorne, ist die erste Wehe der Mitbestimmung. Er weiß es noch nicht und die Gesellschaft von 1912 auch nicht, aber nach dem ruinösen Marsch durch alle Instanzen, nach Parlamentsdebatten und dem Urteil der Lordrichter, ist die Welt nicht mehr, wie sie einmal war: Das Aufbegehren gegen die Willkür der Macht ist plötzlich verbrieftes Recht für alle. »Wenn es eine Message im Film gibt dann wohl die, daß es sich lohnt, Mut zu haben. Auch heute.«
ARMAND