Archive for November, 1999
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Rechnung Madame
November 30th, 1999 | hello
Frau Heike Haag senden.>Was den Text über die Mode betrifft: Der ist leider auch nicht für uns geeignet.>>Herzliche Grüße und schöne Feiertage>Ihre>>Susanne Holbe>Textchefin>Redaktion MADAME>>Tel. 089/55135-208>Fax 089/55135-215>Email susanne.holbe@madame.de>>Magazinpresse Verlag GmbH Sandstraße 33 D-80335 München>Zeitschriften & Co. KG Postfach 20 14 41 D-80014 München
elena esposito
November 30th, 1999 | hello
Elena Esposito
Elena Esposito (* 21. Oktober 1960 in Mailand) ist eine italienische Soziologin,
Schriftstellerin und Dozentin an der Universität Modena und Reggio Emilia. Sie wohnt in
Bologna.
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Akademischer Werdegang
2 Werke
3 Periodika
4 Siehe auch
Akademischer Werdegang [Bearbeiten]
An der Universität Bologna studierte Elena Esposito zunächst Politische Wissenschaft
(Diplom 1983 bei Giuliano Piazzi) und danach Philosophie (Diplom 1987 bei Umberto Eco).
Von 1986-1990 studierte sie als Stipendiatin des DAAD das Fach Soziologie an der
Universität Bielefeld und promovierte 1990 bei Niklas Luhmann. Ihre Habilitation erfolgte
2001 ebenfalls an der Universität Bielefeld.
Bemerkenswert ist, dass sie die luhmannische Wissenschaftstheorie weniger – wie in der
Systemtheorie gängig – mit George Spencer-Brown als mit Gotthard Günther fundiert.
Prof. Dr. phil. Elena Esposito lehrt seit 2001 Kommunikationssoziologie an der Università
di Modena e Reggio Emilia. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte sind soziologische
Medientheorie, Gedächtnisforschung und Theorie der Mode.
Werke [Bearbeiten]
GLU. Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. (Gemeinsam mit Claudio Baraldi
und Giancarlo Corsi). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.
Soziales Vergessen. Formen und Medien des Gedächtnisses der Gesellschaft. Suhrkamp,
Frankfurt am Main 2002.
Die Verbindlichkeit des Vorübergehenden: Paradoxien der Mode. (Aus dem Italienischen von
Alessandra Corti). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004.
Reform und Innovation in einer unstabilen Gesellschaft. (Gemeinsam mit Giancarlo Corsi).
Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005.
Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007.
Periodika [Bearbeiten]
Elena Esposito ist seit 2000 Mitherausgeberin der Zeitschrift Soziale Systeme [1] und
seit 2003 Beiratsmitglied der Zeitschrift Erwägen Wissen Ethik [2]
http://www.perlentaucher.de/buch/17119.html
, den Übergang vom konversationsversierten “honnête homme” des 18. zum Dandy des 19.
Jahrhunderts
http://www.google.com/search?hl=de&client=safari&rls=de-de&q=elena+esposito+dandy++Die+Verbindlichkeit+des+Vorübergehenden.&btnG=Suche&lr=
Erst die Figur des Dandy verlässt den alten Bezugsrahmen und kann als Vorläufer der
http://www.google.com/search?q=elena+esposito+dandy+mode&btnG=Suche&hl=de&client=safari&rls=de-de
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rhetorischer_Figuren
http://www.unimore.it/Ateneo/desfac.html?ID=23
Delegato per l’orientamento allo studio universitario
Prof.ssa Elena Esposito
tel. 0522 523241 – fax. 0522 523205
e-mail elena.esposito@unimore.it
Delegato per l’orientamento al lavoro
http://en.wikipedia.org/wiki/Dandy
http://de.wikipedia.org/wiki/Dandy
http://www.dandyism.net/
http://de.wikipedia.org/wiki/Systemtheorie_(Luhmann)
GELLNER PR
November 30th, 1999 | hello
Gellner zeigt wahre Größe: Die schönsten und größten Zuchtperlen, die seltensten Colliers für den exklusivsten Geschmack. Das sind die Attribute der neuen „One-of-a-kind“ Kollektion.
Wer mit Schmuck und Zuchtperlen groß geworden ist, der entwickelt ein besonderes Verhältnis zu besonderen Werten. Jörg Gellner hat als Kopf des Familienunternehmens Gellner nicht nur unternehmerische Verantwortung er hat auch noch Träume. Und einen, seinen exklusivsten Traum, hat er jetzt mit der „One-of-a-kind“-Kollektion by Gellner Wirklichkeit werden lassen.
Die Kollektion besteht ausschließlich aus Unikaten und präsentiert Zuchtperlcolliers, die hinsichtlich Perlengröße, -qualität und -zusammenstellung Superlative zeigen.
Das Gold der Südsee.
Gold ist edles Metall und Mythos zugleich. Als Synonym steht es für Kostbarkeit. Und creme-goldene Südseeperlen sind solch ein rarer Schatz. Sie stammen aus den Gewässern der philippinischen Inselgruppen Calamina und Palawan, sind außergewöhnlich schön und selten und entsprechend wertvoll. Die hochwertigsten dieser Perlen mit Durchmessern von 13 bis 17 Millimetern wurden sorgsam aus 600.000 Zuchtperlen ausgewählt und Gellner hat daraus ein 80 cm langes Traumcollier gefertigt. Das Gold der Südsee für den Spirit of Pearls.
Barock ist Romantik pur.
In der Perlensprache ist Barock nicht Geschichte und damit Zeit, sondern Form. So entsteht eine barock geformte Zuchtperle, wenn die Perlauster ihre feinen Kristallschichten unregelmäßig bildet, anstatt sie gleichmäßig um den runden Perlmuttkern zu legen. Das Ergebnis sind Perlen mit unvorhersehbaren kunstvoll bizarren Formen und besonderen irisierenden Effekten, hervorgerufen durch die Lichtbrechung an ihrer Oberfläche. Außerdem haben diese seltenen Zuchtperlen eine eindrucksvolle Perlmuttschicht von 6 Millimeter und mehr pro Seite. Die „One-of-a-kind“- Kollektion zeigt einige barocke Naturschönheiten von einmaliger Eleganz:
Ein 47 cm langes Collier mit Tahiti-Zuchtperlen in allen Tönen von blau-silber bis hin zu schwarz-grün und mit Durchmessen von 15 bis 17 Millimetern. Ein Kleinod von den atollen Französisch-Polynesiens.
Zwei Colliers mit hellen weiß-champagnerfarbenen und weissen Südsee-Zuchtperlen. Das eine 80 cm lang mit 45 Perlen von 15 bis 18,4 Millimetern Durchmesser innerhalb der Barockperle farbchangierend von weiß in champagner und das andere, ein weisses Collier mit 47 cm zwar etwas kürzer, dafür bei den barocken Perlengrößen mit 16 bis 23 Millimetern Durchmesser noch etwas üppiger.
Einfach choco-chic, braune Tahiti-Zuchtperlen.
Erdtöne sind in. Braun erobert als neues Schwarz die
Kleiderschränke. Und jetzt auch die Schmuckschatullen.
Zur absoluten Schokoladenseite dieses Trends gehört
das braune Tahiti-Luxuscollier von Gellner: eine Starbesetzung von 33 Tahiti-Zuchtperlen, bis zu 13,8 Millimetern groß sorgt für einen eindrucksvollen Auftritt. Die Zuchtperlen erhalten ihren warmen Mokka-Ton aus einer besonderen Behandlung, die die Kristallstruktur durch alle Perlmuttschichten hindurch farblich verändert.
Farbe bekennen, Einzigartigkeit erkennen.
Viele Jahre hat es gedauert, bis es chinesischen Perlfarmen gelang, besonders große Süßwasser-Zuchtperlen mit Kern zu züchten. In Der „One-of-a-kind“-Kollektion präsentiert Gellner ein einzigartiges Collier aus 19 barocken Süßwasser-Zuchtperlen mit Durchmessern von 15 bis 23 Millimetern. Die Farben reichen von pfirsich über gold und violett bis hin zu frischen pink-Tönen. Ein Highlight von höchster Qualität aus dem Reich der Mitte und einer Perlengröße, die es so im Süßwasser-Bereich bisher nicht gab.
Big in Japan.
Die Perlzucht hat ja bekanntlich ihre Ursprünge in Japan. Und nur wenigen japanischen Spezialisten ist es gelungen, eine neue Süßwasser-Perlenart mit Kern erfolgreich zu züchten: Kasumiga-Ura Zuchtperle. Die Perlen stammen ausschließlich aus zwei japanischen Seen. Entsprechend gering ist das Angebot, insbesondere bei so großen Perlen mit 12,2 bis 14,8 Millimetern Durchmesser, wie das Collier aus der „one-of-a-kind“-Kollektion sie zeigt. Sieben Jahre dauert durchschnittlich die Zucht von Auster und Perlen. Das Ergebnis sind Zuchtperlen mit einem metallisch wirkenden Lüster in Naturtönen von weiß und zartrosé bis zu intensivem pink und purpur. Im One-of-a-kind-Collier sind die Kasumiga-Ura Zuchtperlen auf 80 cm kombiniert mit traumhaft schönen Südsee-Zuchtperlen. Wahre Naturschönheiten!
„Kleine Perlen“. Großer Auftritt.
Keshi ist ein aus dem Japanischen abgeleiteter Handelsname, kommt vom Wort „Samenkern“ und meint „kleine Perle“. Alles andere als klein ist das Keshi-Südsee-Zuchtperlencollier von Gellner. 14 bis 18 Millimeter messen die barocken kernlosen Perlen, die bei der Zucht von Südsee-Zuchtperlen als Laune der Natur entstehen. Wie bei Naturperlen ist ihr Formenreichtum unbegrenzt, wobei große Exemplare ebenso selten wie begehrt sind. Keshi-Zuchtperlen werden von Perlliebhabern besonders geschätzt, da sie der Naturperle am nächsten kommen.
Gelungener Mix, internationaler Glanz. Multi Kulti.
Eine Perlenweltreise der besonderen Art zeigt das kosmopolitane Multi-Collier von Gellner. Die Stationen: Tahiti, die Südsee, China. Die Zuchtperlen: ein Mix aus Süßwasser-Fantasie und Salzwasser-Zauber. 12 Millimeter messen die runden chinesischen Süßwasser-Zuchtperlen, in Qualität und Lüster ein wirklich ebenbürtiger Partner für die
traumhaft schönen, Südsee-und Tahiti-Zuchtperlen in
vielfältigen Naturtönen. Soviel Multi macht wirklich happy.
Number One. Einzigartig in Wert und Wirkung.
Highlight der Kollektion aber ist ein Südsee-Collier, dessen Name Programm ist. „Number one“ ist unübersehbar die Queen unter den Königlichen, denn Südsee-Zuchtperlen gelten generell als die royale Klasse unter den verschiedenen Zuchtperlarten.
53 cm misst das Collier mit seinen 29 runden weißen Südsee-Zuchtperlen. Sie sind im Verlauf aufgereiht mit Größen von 17 bis 21 Millimetern Durchmesser. Bisher wurde in runder Form noch nie die Größe von 21mm erreicht – der Durchschnitt bei großen Südsee-Zuchtperlen liegt normalerweise bei 15-16mm. Alle Perlen des „number one“-Colliers stammen von einer der bekanntesten Perlfarmen Australiens. 7 Jahre lang hat der Züchter die schönsten und größten Zuchtperlen für dieses Collier gesammelt. Ein so individuelles Perlenschmuckstück gibt es zur Zeit kaum auf der Welt.
Sichtbar wird so Leidenschaft für Perlen geschaffen für Frauen, die diese Begeisterung nicht nur teilen, sondern auch tragen wollen.
In Kooperation mit internationalen Top-Juwelieren geht die Kollektion der Luxusobjekte in verschiedenen Metropolen weltweit auf Tournee.
Reiner Luxus. Reine Freude.
Das verkörpert die neue „One-of-a-kind“-Kollektion von Gellner.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen jeder Zeit zur Verfügung. Sie erreichen mich unter Telefon +49 7041 961120, fax +49 7041 961196 oder Email: t.wibe-ruf@gellner.com.
Wiernsheim, 20.08.2007.
Mit freundlichen Grüßen,
Tone Wibe Ruf
Gellner – the Spirit of Pearls –
PR/Marketing
cullinan and lexicon
November 30th, 1999 | hello
Am 26. Januar 1905 wurde in der berühmten südafrikanischen Premier-Mine bei Pretoria der größte jemals gefundene Diamant von Frederik Wells entdeckt. Der Diamant wog 3.106 Karat (ca. 621,2 g), und wurde nach dem Minenbesitzer Sir Thomas Cullinan benannt.
Der Gouverneur Südafrikas, General Louis Botha, schenkte den Diamanten dem englischen König Edward VII. zum 66. Geburtstag (9. November 1907). Interessanterweise wurde er in einem Postzug versandt.
Majestät, von der Kronkomlonie Südafrika mit dem immerhin bis dato grössten Diamanten der Welt bedacht, der heute die Kronjuwelen des Commonwealth ziert, in Szepter und Staatskrone funkelt, sagte verächtlich: “ich hätte ihn für ein Stück Glas gehalten” und schob das Kleinod mit dem Fuss zur Seite. In Amsterdam wurde er vom Schleifer J. Asscher 1908 in 105 Steine gespalten. Er hatte den riesigen Stein über ein Jahr studiert, soll einen Arzt und eine Krankenschwester in seine Werkstatt gebeten haben and und, als der Stein in zwei teile zerfiel, in eine gepflegte Ohnmacht gefallen sein. Diese Geschichte wird allerdings vom Diamantenhistoriker Lord Ian Balfour angezweifelt: Es ist wahrscheinlicher, dass er erstmal eine Flasche Champagner öffnete…” Der Stein wurde in neun große und 96 kleine Teile. Die neun großen Diamanten sind heute Teil der britischen Kronjuwelen und befinden sich im Tower von London.
Schmuck, laut Meyers Konversationslexikon von 1898, erschienen in Leipzig und Wien, umfasst: “Gegenstände aus edlen und unedlen Metallen, aus edlen und unedlen Steinen, aus bearbeiteten und unbearbeiteten Naturerzeugnissen, welche seit den ältesten Zeiten des Menschengeschlechts zur Verzierung einzelner Körperteile wie der Tracht dienen, als Hals-, Ohr-, Arm-, Finger-, und Beinringe, Halsketten, Agraffen, Haar-und Gewandnadeln, Spangen, Anhänger, Broschen, Gürtelschließen und dergleichen mehr.
Die Neigung, den Körper mit Schmuck zu behängen, war bei den ältesten Kulturvölkern des Orients ebenso stark ausgebildet, wie sie noch heute bei den Orientalen und bei den unzivilisierten Stämmen der farbigen Rassen ist, welch letztere vor ihrer Berührung mit den Europäern zum Schmuck ihres Körpers ausschließlich auf Naturerzeugnisse (Muscheln, Korallen, Perlen, Steine, Federn und dergleichen) angewiesen waren.”
— Edit
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fragen wempe
November 30th, 1999 | hello
1. Welchen Schmuck tragen Sie heute?
2. Gibt es ein Schmuckstück, das Sie immer tragen?
3. Eines, das Sie sich noch wünschen würden?
4. Der Trend zu grossen, farbigen Steinen scheint immer mehr zuzunehmen. Wie reagiert Wempe darauf?
5. Stimmt es, dass Frauen beim Schmuckkauf immer selbstbewusster werden? Geht der Trend zur Powerfrau, die sich ihren Traum allein verwirklicht und auch selbst bezahlt?
6. Was sind zur Zeit die Renner bei Ihren Kunden?
7. Wempe ist mittlerweile weltweit vertreten. Gibt es Ihrer Ansicht nach regionale, geschmackliche Unterschiede auf dem internationalen Markt bei den Kundenwünschen?
8. Gibt es eine Farbe, auf die Ihre Kunden besonders “fliegen”?
9. Was war das wertvollste Schmuckstück, das Wempe je veräussert hat?
10. Was ist gegenwärtig das teuerste Stück, das Wempe anbietet?
11. Welche Rolle spielen eigene Entwürfe für Ihr Haus?
12. Hat es, seitdem Sie Juniorchefin der Firma sind, für Sie ersichtliche Moden bei den Kundenwünschen gegeben?
13. Ist Wempe weiterhin auf Expansionskurs?
14. Wie wichtig ist der Uhrenmarkt für Wempe?
15. Haben Sie einen Tip für Kunden, die in Schmuck als Wertanlage investieren wollen?
16. Hat Wempe Ihrer Ansicht nach eine bestimmte Nische im Markt erobert? Gibt es etwas, das Wempe besonders auszeichnet?
17. Sehen Sie einen zukünftigen Trend zum Thema Schmuck allgemein?
18. Wie klären Sie die Provenienz der von Ihnen verarbeiteten Juwelen?
19. Kann man bei Wempe auch mitgebrachte Steine individuell fassen lassen?
20. Woher beziehen Sie Ihre verwendeten Steine hauptsächlich?
21. Welche Bedeutung haben Farb- bzw. Halbedelsteine im Sortiment von Wempe?
22. Haben Sie einen Traum, den Sie gerne noch verwirklichen möchten?
themen emotion
November 30th, 1999 | hello
1. Was ist Mode?
Kleiner Essay über die Kulturgeschichte der Mode – und ihre psychologischen Hintergründe
2. Anziehend anziehen – vom Spass am guten Aussehen
Wie gut es der Seele tun kann, wenn man sich in seine Lieblingsklamotten wirft
3. Chic oder Schickse – warum sich Frauen oft nicht trauen
Zwischen overdressed und underdressed verläuft ein schmaler Grat, den manche Frauen – zu Recht – scheuen
4. Da kann man einpacken – zum Wesen der Handtasche
Jeder hat sie, jeder braucht sie – was Handtaschen (und ihr Inhalt) über ihre Besitzerinnen aussagen
5. Bunt gemischt – welche Farbe passt zu mir?
Ein kleiner, privat-persönlicher Styling-Guide, ein Farbberater en détail et en miniature
6. Vom Laufsteg zur Streetwear – was Haute Couture und H&M (zum Glück!) gemeinsam haben, und warum
Wie die Mode vom Zirkus zum täglichen Outfit mutiert, und uns dabei – jippie! – immer näher kommt
make up neu
November 30th, 1999 | hello
Die Wahrheit, ungeschminkt
Make-Up und Männer passen einfach nicht zusammen. Das fängt schon beim Styling der Schminkwerkzeuge an. Für die weibliche Anmut setzt die holde Weiblichkeit futuristisch anmutende Gegenstände ein, Dinge, die für uns, die Männer, oft genug etwas Unheimliches haben. Haben Sie kürzlich vielleicht einmal einen modernen Lippenstift gesehen, einen von Chanel womöglich? Abgesehen vom einkommensschwächenden Preis sieht er aus, als könne man damit eine Atomrakete starten, Mikrofilme transportieren oder Uran 238. Auch kritisch: Die bunten Puderkugeln von Guerlain, so farbenfroh, dass man sie nach durchzechter Nacht irrtümlich für Bonbons halten könnte…
Warum der ganze Aufwand? Der berühmte Psychoanalytiker C.G. Jung gibt eine der möglichen Antworten: Nach seiner Theorie beherbergt jeder Mann (Animus) in seinem Inneren das Idealbild einer Frau (Anima) – und natürlich bemühen sich die Frauen dieser Welt verzweifelt darum, diesem gerecht zu werden. Sie verschönern sich – und das schon seit dem Perikleischen Zeitalter (700 v. Chr.) – mit allen Mitteln. Und dies im wörtlichen Sinne: Im alten Rom rieb man sich Bernstein ins Haar, im elisabethanischen England half man dem Antlitz mit Bleiweiss nach, und heute lähmen sich Millionen Amerikanerinnen mit dem Nervengift Botox die Falten weg – auch eine Art des Permanent Make-Up.
Ein weiterer Beweggrund: Die ewige Suche nach wahrer Zeitlosigkeit. Die weibliche Psyche gibt sich im Akt des Schminkens der Illusion hin, dem nagenden Zahn der Zeit wenigstens einen Abend lang Paroli zu bieten. In allen Zeiten zweidimensional in Gemälden verherrlicht – man denke nur an Bouchers federleichtes Portrait der in Pastelltönen gehaltenen Madame Pompadour (1750, Alte Pinakothek) – will die Dame von Welt im Dreidimensionalen zumindest Ähnliches erreichen. Und Männer, leichtgläubig, wie sie nun mal sind, lassen sich einfach so gerne verführen…
Und wovon? Von den Farben! Gerade an den Lippen einer Frau! Dabei sind Lippenstifte der natürliche Feind des Oberhemdes. Wer zählt die Beziehungen, in denen die falschen Farbe, sagen wir, Rouge Hydrabase Waikiki oder Electric, als direkter Indizienbeweis für Verwicklungen sorgt? Wehe, man wird mit solchen Spuren entdeckt! Was dann folgt, immer, ist, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Lippenstift, zumal zur falschen Zeit am falschen Ort, ist so ziemlich das risikovollste Erzeugnis der weltweiten Schönheitsindustrie. Ehen können daran scheitern, Beziehungen zu Bruch gehen, Affären sich in Nichts auflösen. Schneller, als man einen solchen Stift entsichern, ach nein, aufdrehen kann.
Übrigens mag auch die Genetik eine Rolle im Make-Up-Verhalten der Frauen spielen: Die Schönste auf dem Markt der Eitelkeiten bekommt das fähigste, fruchtbarste, womöglich auch reichste Alpha-Männchen ab. Aber womöglich ist dies nur eine sexistische Spekulation.
Eine kurze Situationsanalyse: Wie lange braucht eine durchschnittliche Frau – falls es so etwas gibt – für ihre schmetterlingshafte Verwandlung im Badezimmer? Eine Stunde vor dem Spiegel? Zwei? Der Herzog von Windsor, vielleicht der berühmteste Prototyp des von Make-Up genervten Mannes und einer der berühmtesten Gentlemen seiner Zeit, litt besonders unter solch weiblicher Zeitverschiebung. Immerhin war der Herzog als Edward der VIII. der ehemalige König von England. Er hatte für seine Wallis dem Thron entsagt, war also eigentlich ziemlich hart im Nehmen. Um nun im Entrée seiner Villa in Neuilly, Paris, jeden Abend auf die Herzogin zu warten. Und zu warten. Und zu warten.
Zugegeben, sie galt als eine der elegantesten Damen der Welt. Und machte sich halt eben noch mal stadtfein. Oder operntauglich. Trug ihre Shoppingmaske auf, porzellangleich. Wollte noch mal kurz zu Cartier. Und der Herzog saß da. Und weinte leise.
Zum Heulen ist es ja irgendwie auch, denn: Wie lange benötigt der durchschnittliche Lebensgefährte, bis er endlich ins Bad darf? Derselbe Mann, für den sie (im besten Falle) ja all die Anstrengungen ihr Gesicht betreffend unternimmt? Wer beschreibt die Ungeduld, die ein Mann jeden Tag durchleiden muss? Um schließlich, natürlich nach ihr, unter all den Tiegelchen, den Töpfchen, den fremd und bedrohlich aussehenden Aussehensverstärkern, sein Rasierzeug zu suchen? Der Platz im Bade wird doch anderweitig so dringend benötigt. Für ihre geheimen Schönheitsmittelchen. Hat das nicht jeder Mann schicksalsergeben schon einmal erlebt? Eben! Und was kann Mann dagegen tun? Seien wir mal ehrlich: Irgendwelche Gegenmaßnahmen – die können wir uns abschminken.
HARALD STAZOL












